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Mehrschüssige Feuerwaffen

Betrachtung von Jürgen H. Fricker

Der Wunsch, eine Waffe zu besitzen, mit der man unmittelbar nacheinander mehrere Schüsse abgeben konnte, war das Bedürfnis eines jeden Jägers und Soldaten. Der Erfindergeist und die Phantasie des Büchsenmachers richtete sich weitgehendst auf die Konstruktionen von zivilen und jagdlichen Waffen. Qualitätsvolle Jagdgewehre für finanzkräftige Käufer hatten beispielsweise eher Aussicht verkauft zu werden, als Modelle für Militärwaffen mit hoher technischer Perfektion, die wegen erheblicher Kosten für eine allgemeine Bewaffnung und das geringe technische Verständnis der Soldaten von vornherein abgelehnt wurden.



Konstruktionen mit mehrläufigen Waffen gab es schon im 15. Jahrhundert, es war eine Bündelung von zwei und mehreren Läufen, die entweder einzeln oder in Salven abgegeben wurden. Solche Waffen waren für die Jagd nicht geeignet.



Im 16. Jahrhundert entstanden mehrläufige und mehrschüssige Waffen für Lunten-, Rad- und Schnappschloss. Bei den Radschlosswaffen mit zwei Läufen besaß jeder Lauf sein eigenes Schloss. Es gab jedoch Radschlosswaffen mit einem Lauf und einem doppelten Schlosssystem, bei denen zuerst die vordere Ladung und beim zweiten Schuss die Hintere abgefeuert wurde. Der sogenannte Wender mit zwei übereinanderliegenden Läufen erlangte in der Mitte des 17. Jahrhunderts als Steinschlosswaffe besondere Verbreitung.



Er besaß in der Regel zwei drehbare Läufe mit jeweils einem Zündloch und einer Pfanne, aber nur einen Hahn. Zu den attraktivsten mehrschüssigen Handfeuerwaffen gehören die Revolver, bei denen man zwei Systeme unterscheidet: Feuerwaffen mit drehbaren Laufbündeln und solche mit einer hinten am Lauf angebrachten drehbaren Trommel. Das letztere System ist bis in die heutige Zeit noch in Gebrauch.

Jürgen H. Fricker

Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Historische Waffen · Mitglied der Gesellschaft für Historische Waffen und Kostümkunde Sachverständiger und Sekretär des Kuratoriums zur Förderung historischer Waffensammlungen